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Winterreise(n) Nach Berlin
Moritz van Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin, Elke Bitterhof, Moderatorin, Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Berlin-Brandenburg, Helmut Russ, Veranstalter WeihnachtsZauber Berlin-Gendarmenmarkt, und Michael Hövelmann, Geschäftsführer Galeria Kaufhof Berlin-Alexanderplatz (v.r./Foto: Udo Lauer)

Winterreise(n) nach Berlin

In der kälteren Jahreszeit werden die Tage kürzer, die Abende länger. Die Berlin-Touristen schreckt das nicht ab. Sie kommen trotzdem und mit einigen (großen) Erwartungen.
Dem zu entsprechen ist Aufgabe der hauptstädtischen Gastgeber in den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen – auch und vor allem in den Wintermonaten.

Aber womit lassen sich Touristen aus aller Welt in den oftmals unwirtlichen Wochen nach Berlin locken? Mit welchen touristischen und kulturellen Angeboten, kombiniert mit Einkauf und Sightseeing, kann das gelingen?

Und dies auch unter dem Aspekt, dass unter 200 internationalen Fluglinien nur 20 direkt nach Berlin führen (London 155, Paris 137) und damit die Erreichbarkeit erschweren. Hier sind Möglichkeiten verschiedenster Form und Art nötig und zu schaffen, um konkurrenzfähig zu sein.

Einige der „Macher“, die Lösungen anbieten und verwirklichen, stellten ihre Projekte beim MEDIENFORUM des TourismusDialog.Berlin am 9. Oktober 2018 im „Galeria Kaufhof“ am Alexanderplatz vor. Einem Einkaufszentrum, das täglich bis zu 30.000 Besucher frequentieren, darunter rund zur Hälfte Touristen. Auf beachtlichen fast 445.000 qm Verkaufsfläche (2004 waren es lediglich 167.000 qm) bietet das Haus in der Mitte Berlins auf sechs Etagen alles, was Kunden mögen.

Ende November wird einer der etwa 60 bis 80 Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt den Platz vor dem Kaufhaus in festliches Flair verwandeln. Diese Vorweihnachtsboten sind ein großer Anziehungspunkt, wo das gesamte Umfeld aktiv eingebunden ist. Dazu gehören die umliegenden Handelsbereiche ebenso wie die Gastronomie. Um den Wünschen von Touristen nachzukommen, werden während der Dauer der Weihnachtsmärkte die Öffnungszeiten und weitere lokale Bedingungen angepasst. „Deshalb haben wir auf dem Gendarmenmarkt eine 1.000 qm große, lichtdurchflutete Halle geschaffen, in der etwa 50 Aussteller und Gastronomen 41 Tage ihre Leistungen anbieten“,  erläutert Helmut Russ, der Veranstalter des WeihnachtsZauber am Gendarmenmarkt.

Doch nicht nur auf den Weihnachtsmärkten wird festliche Stimmung erwartet. Die Metropole soll leuchten. „So werden auch in diesem Jahr der Ku´damm, die Straße Unter den Linden und eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten – mehr als in der Vergangenheit – in faszinierendes Licht getaucht“, erklärt Andreas Boehlke vom Vorstand „Berlin leuchtet“.

Weihnachten und Shoppen gehören zusammen. Da stellt sich allerdings die Frage, ob der wachsende Online-Handel die Lust am vorfeiertäglichen Einkaufsbummel nicht mindert und den Händlern das  Geschäft vermiest? Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, gibt Entwarnung.
Ja, der Online-Handel nimmt zu, aber die Recherchen der Käufer im Netz dienen insbesondere der Information für den stationären Einkauf. Trotzdem sind die Händler gut beraten, sich stärker zu vernetzen, den eigenen Standort zu stärken und Sonderangebote zu kreieren, wenn der Bedarf da ist. Wichtig ist ebenso eine zeitlich gut abgestimmte Dekoration, die erst nach dem Totensonntag erfolgen soll. „Auf den Tourismus bezogen hat Deutschland mit seinen Uneinigkeiten und Entscheidungen zur Ladenöffnung an Sonntagen wertvolles Terrain verspielt“, so der Handelsexperte.

Außerordentliche Aufmerksamkeit verdient das Thema Sicherheit. Wie viel vertragen die Stadt und die vorweihnachtliche Stimmung in dieser Hinsicht? Welche Auflagen sind nötig, und wer trägt die Kosten? Und wie sind die Rechtslagen? Einig sind sich alle Gesprächspartner: Die gesamte Gesellschaft muss lernen, mit dieser Thematik umzugehen. Es darf nichts unterdrückt und gleichermaßen dem „Leichtsinn“ kein Platz eingeräumt werden. Das unterstreicht vor allem Moritz van Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin, der schon zahlreiche bedeutsame, weit über die Hauptstadt hinaus reichende Veranstaltungen organisiert und verantwortet hat.

Bernd Schenke

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